Western Australia

5 Wochen im Rückblick

Roter Fels, Canyons, strahlend weiße Strände, Korallen und Kängurus – das ist Westaustralien. Und noch viel mehr.

  1. Unsere Reiseroute
  2. Klima / Wetter
  3. Kosten
  4. Menschen
  5. Flora und Fauna
  6. Unterwasserwelt
  7. Währung
  8. Unsere Schlafplätze
  9. Kurze Zusammenfassung
  10. Wer will mehr?


Unsere Reiseroute

Innerhalb von 30 Tagen legten wir insgesamt mehr als 7.650 Kilometer mit dem Mietwagen quer durch Westaustralien zurück.

Wir starteten in Perth und fuhren wir mit unserem Seat Cupra die Westküste hinauf. In Geraldton tauschten wir aufgrund eines notwendigen Ölwechsels den Cupra gegen einen Offroad-tauglicheren und größeren Ford Everest.

Mit einigen wunderschönen Zwischenstopps erreichten wir nach 16 Tagen und über 3.350 km die Dinosaurierstadt Broome im Nordwesten.

Durch das einsame Inland fuhren wir innerhalb von fünf Tagen mind. 3.000 km in den Süden in die Küstenstadt Esperance.

Die restlichen 7 Tage fuhren wir entlang der Küste zurück bis nach Perth.

Für den südlichen Teil Westaustraliens entschieden wir uns spontan während der Reise. Es war eine gute Entscheidung und die komplette Route war wunderschön und abwechslungsreich.

Eine Woche mehr hätte, speziell für den ein wenig durchgehetzten Süden, gut getan.



Klima / Wetter

„Niemand fährt im Sommer freiwillig die Westküste hinauf, ganz besonders nicht campen.“

Und ob! Wir machen das!

Und was sollen wir sagen – es hat Vor- und Nachteile. Wobei für uns die Vorteile überwogen und wir konnten ja schon in Patagonien beweisen, dass es keine unpassende Reisezeit gibt.


Nachteile

  • Extreme Hitze, insbesondere im Norden und Inland
  • Hohe Brandgefahr
  • Zeit der Würfelqualle an der Nordküste (kein Baden)
  • Außerhalb der Walsaison
  • Oft Fireban (kein Feuer, außer Gaskocher)

Vorteile

  • Man hat wirklich seine Ruhe (gilt nicht für den Süden und erst einige Stunden vom Einzugsgebiet Perth entfernt)
  • Man muss nicht vorbuchen (Nordwesten und Inland)
  • Ruhe, Ruhe, Einsamkeit!

Ja, es ist heiß. Verdammt heiß und wir waren im Frühsommer unterwegs.

Die Westküste hinauf bis zum Cape Range Nationalpark waren die Temperaturen auch noch vollkommen annehmbar und eigentlich immer unter 30°C. Es war oft recht windig und nachts kühlte es ab, einzig die Sonne war extrem stark und nicht mit der deutschen Sonne zu vergleichen (da so nah am Südpol).

Der UV-Index hier ist ca. doppelt so hoch wie in Deutschland. Bei uns lag er immer bei über 11 und wurde als extrem eingestuft.

Nachdem wir die Nordküste erreichten kletterte das Thermometer auf über 40 Grad Celsius und selbst nachts sank die Temperatur kaum unter 40 Grad. So hatte es teilweise um 24 Uhr noch 37°C. Das waren anstrengende Nächte, zum Glück waren es nicht so viele.

In Broome hatten wir dann ein Airbnb, im Zelt wäre es kaum aushaltbar gewesen. Die Temperaturen lagen in der Regel wieder unter 40°C, aber es war extrem schwül. Der Taupunkt lag bei mindestens 24 Grad.

Im heißen Inland war es wiederum extrem trocken.

Aber was beschweren wir uns über die Hitze, denn wer hätte das gedacht, wir haben die Kälte im Süden unterschätzt. Plötzlich hatte es tagsüber nur noch um die 20°C und war sehr windig und der Wind war sehr kalt.



Kosten

„Australien ist teuer! „

– „Jein!“

Wir wissen nicht, wie es in Ostaustralien ist, aber grundsätzlich könnte ein Campingurlaub in Westaustralien recht günstig sein, aber hier geht nun mal nichts ohne Auto.


1. Unterkunft

Nun, hier kommen wir schon zum entscheidenden Punkt: Campingurlaub.

Hotels und Ferienwohnungen in Westaustralien sind rar und teuer. Wer mehr als ein WG Zimmer (ist auch teuer) will, muss pro Nacht mit +/- 100 € rechnen. Das ist zumindest unsere Erfahrung. Wer weiß, wie teuer es in der Hauptsaison ist.

Es gibt relativ viele Campingplätze und Rest Areas. Günstiger als in Australien könnte Campen kaum sein, denn Preise beginnen bei 0 €. Dies betrifft hauptsächlich die Rest Areas, welche durchaus unterschiedlich gestaltet sind.

Es gibt ausreichend viele mit Toiletten (meist Kompost), mal mehr und mal weniger sauber. An manchen ist man nahe der Straße, bei anderen ist es ruhig. Manchmal gibt es Wiese, meistens Schotter. Es gibt immer Picknickbereiche und in der Regel Dumping Points für Wohnwägen.


Campingplätze in Nationalparks muss man online über eine staatliche Seite buchen. Ein bisschen doof, dass man somit die Stellplätze nicht einsehen kann. Kosten sind immer gleich und liegen 2023 bei 15 AUD pro Person pro Nacht.

Der Nationalpark muss auch bezahlt werden, das erledigt man am besten gleich mit der Campingplatzbuchung online – kommt günstiger.

Unsere Campingplätze an der Nord- und Westküste hatten immer nur Komposttoiletten und kein fließendes Wasser. Im Süden gab es (teilweise?) komplette Sanitäranlagen, allerdings waren die für uns immer ausgebucht.


Caravan Parks und normale Campingplätze

Mit und ohne Luxus, alles ist möglich. Wir zahlten insgesamt zwischen 30 und 50 AUD pro Nacht, mit Duschen ab 40 AUD. So günstig kommt man in Deutschland erfahrungsgemäß selten. In der Regel gibt es noch Waschmaschinen, Küchen mit Herd und Kühlschrank und manchmal einen Pool. Vorteilhaft ist, dass die Stellplätze oft Wiese haben.


2. Lebensmittel

Preise sind ähnlich wie in Deutschland, eventuell einen Ticken günstiger alles in allem. Die Auswahl ist wie in westlichen Ländern üblich, auf dem Land teilweise ein bisschen geringer.


3. Tanken

Benzin/ Diesel ist günstiger als in Deutschland. Im Schnitt zahlten wir 2,30 AUD /Liter Diesel. In Perth direkt war es am günstigsten, auf dem Weg in den Norden war es manchmal teurer.


4. Mietwagen

Das Angebot in Perth ist wesentlich kleiner als in Ostaustralien, daher haben wir uns sehr schnell gegen einen Wohnwagen oder ähnliches entschieden.

Wir buchten einen Kia Sportage (oä) für 2.350 € mit inkl. ausführlichem Versicherungspaket für 34 Tage.

Vor Ort erhielten wir ein Upgrade – einen Seat Cupra. Nach 400 km bekamen wir ein weiteres Upgrade, da ein Ölwechsel notwendig gewesen wäre. Der Ford Everest wurde uns hinterher gefahren.

Wir hätten über die Anbieterwebseite für den Ford weit mehr als das Doppelte zahlen müssen und das ohne zusätzlichen Versicherungen. Über eine Vergleichsplattform wäre es aber vermutlich nicht ganz so teuer gewesen.

Alles in allem zahlt man in Deutschland mittlerweile weitaus mehr für Mietwagen, das ist zumindest unsere Erfahrung.

Einen Kleinwagen ohne Versicherung hätten wir spottbillig bekommen. Allerdings ist in Westaustralien (nicht Süden) ein Auto mit 4-Radantrieb absolut empfehlenswert, denn es gibt viele Offroad-Straßen in schlechtem Zustand.

Da diese zu fahren in der Regel vertraglich ausgeschlossen ist, fährt man sie aber eigentlich eh nicht…


5. Restaurants

Da wir kaum auswärts aßen, können wir nichts genaues darüber sagen, was wir sahen und zahlten war vergleichbar mit Deutschland.

Wer günstig Fast Food möchte geht zu Pizza Hut, soo viel günstiger als in Deutschland.


6. Diverses

All unser Campingzubehör (mit Ausnahme Zelt und Isomatten) erwarben wir zu Spottpreisen. In Deutschland hätten wir das nicht annähernd so billig bekommen. (Beispiel: großer Rollkoffer: 29 AUD) Das Zelt und die Isomatten waren von bekannten Marken und kosteten so viel wie in Deutschland.


Die Übersicht unserer Kosten findest du hier.



Menschen

Die Australier sind O.H.N.E Zweifel die freundlichsten Menschen, welche wir je getroffen haben. Ausnahmslos.

Sehr aufgeschlossen und jederzeit hilfsbereit. Gefühlt hat jeder Interesse an deinem Leben und wer sich gerne austauscht und unterhält kommt auf seine Kosten.

Kurzum: jedes Klischee ist wahr und wir sind uns eigentlich sicher, dass es kein auf diese ehrliche Art freundlicheres Land auf der Welt gibt. Das geht einfach nicht.



Flora und Fauna

Flora

Im Südwesten ist es grün mit riesigen Gummibäumen. Es ist hügelig und teils urwaldig, teils viel Farmland.

Richtung Nordwesten wird es immer trockener, aber noch gibt es teils Bäume und blühende Büsche. Doch schon hier ist es in Teilen extrem trocken.

Der Norden ist rot. Rote Erde und Felsen und sehr trocken.

Das Inland ähnlich. Viel Steppe, Canyons, niedriges Buschwerk und kaum Wasser. Die Flüsse und Seen sind beinahe ausnahmslos ausgetrocknet. Des weiteren ist das Inland Westaustraliens aufgrund des Goldrausches übersät mit Minen und Geisterstädten.


Fauna

Natürlich: Kängurus. Im Nordwesten eher wenig, da es zu trocken ist. Doch der untere Teil West Australiens ist voll mit den liebevollen Tieren. Kängurus werden in der Dämmerung aktiv, daher: Vorsicht beim Autofahren.

Koalas: eigentlich nicht heimisch in Westaustralien, doch im Yanchep Nationalpark kann man die verschlafenen Tiere beobachten, da vor vielen Jahren eine Kolonie aus Ostaustralien hier angesiedelt wurde.

Schildkröten: Riesige Meeresschildkröten gibt es hier. Beeindruckende Tiere und wir konnten mit ihnen schnorcheln gehen. Zu unserer Zeit wären sie mit dem Nestbau und der Eiablage beschäftigt, somit konnten wir sie auch an Land sehen.

Emus: Von den großen Laufvögeln gibt es eigentlich viele, sie tarnen sich aber sehr gut im Gebüsch

Krokodile: gibt es im Nordwesten, wir hatten das Glück, sie nur im Reservat zu beobachten

Wallabys / Wombats: leider keine gesehen, soll es aber viele geben.

Fliegen: schlimm, wirklich schlimm! Pack dir ein Hutnetz ein, die Plagegeister sind teilweise in Massen da und sie landen gerne auf Auge, Mund, in der Nase und im Ohr.

Moskitos: nur im Süden. Sonst wenige, zumindest zu unserer Zeit

Tiere in Bildern:



Unterwasserwelt

In Australien ist zum Schnorcheln und Tauchen besonders das Great Barrier Reef in Ostaustralien bekannt. Doch auch in Westaustralien gibt es wahre Korallenparadiese, aber auch hier ist das Korallensterben deutlich sichtbar.

Die schönsten Schnorchelorte waren für uns eindeutig das Ningaloo Reef im Cape Range Nationalpark. Teilweise wird gesagt, dass das Riff schöner als das Great Barrier Reef sein soll. In Coral Bay war das Riff allerdings sehr tot, zumindest da, wo wir schnorcheln waren.

Die Fischvielfalt war toll. Es gibt Schwärme von Kugelfischen und ganz viel anderes Buntes.

Westaustralien liegt größten Teils am indischen Ozean. Da uns das Meer an manchen Orten zu kalt zum Schnorcheln war, kauften wir uns einen Wetsuit. Vielleicht waren wir auch ein bisschen von den warmen Fijis verwöhnt 😃



Währung

In Australien zahlt man mit dem australischen Dollar (AUD). Während unserer Reise lag der Wechselkurs bei 1 € = 0,61 AUD.



Unsere Schlafplätze



Kurze Zusammenfassung

01. Perth

Der Beginn und das Ende unserer Australienreise. Perth ist mit über zwei Millionen Einwohnern die mit Abstand größte Stadt und Hauptstadt Westaustraliens. Wir erhalten unseren Mietwagen und kaufen die komplette Campingausrüstung und Grundnahrungsmittel.


02. Perth nach Milligan Island

Ein schöner Start. Wir sehen das erste Mal die Traumstrände Westaustraliens. An unserem ersten Stopp ist noch recht viel los, doch allmählich wird es schon weniger.

03. Milligan Island nach Geraldton

Das haben wir uns anders vorgestellt. Unser Mietwagen benötigt einen Ölwechsel, nach vielen hin und her wird uns ein Ford Everest hinterhergefahren. Glück im Unglück.

04. Geraldton nach Lucky Bay

Auf dem Weg halten wir beim wunderschönen Hutt Lagoon Pink Lake. Grund für die pinke Farbe ist der hohe Salzgehalt und die dadurch Beta Carotin produzierenden Algen. Und ja, der See war wirklich so pink.

05. Lucky Bay nach Kalbarri

Es geht weiter nach Kalbarri. Wunderschöne Aussichtsspots gibt es hier und eine schöne Bucht. Hier sehen wir das erste Mal Kängurus rumhüpfen – viele Kängurus. Der Kalbarri Nationalpark ist wunderschön und es wird heiß. Wir laufen einen Trail entlang runter in den Canyon.

06. Kalbarri nach Brockman

Unser nächster Stopp ist eigentlich unlogisch, da wir an Shark Bay vorbei fahren und somit wieder zurück müssen. Aber Mira’s alljährliches Event Loot für die Welt läuft, daher bräuchten wir eine Wohnung mit gutem Internet. Der Weg führt uns durch trockene Steppe. In Brockman erleben wir jedmögliches Wetter.

07. Brockman nach Shark Bay

Uuuund es geht wieder zurück nach Shark Bay. Sehr schön ist es hier, unsere Highlights sind Shell Beach, ein strahlend weißer Muschelstrand, Little Lagoon, hier gehen wir schnorcheln (wenig zu sehen) und Hamelin Pool Stromatolites.

08. Shark Bay nach Lyndon River

Fahren, fahren, fahren. Auf unserem Rastplatz werden wir von 2 süßen Streunerkätzchen angebettelt.

09. Lyndon River nach Coral Bay

In Coral Bay ist es wirklich toll, der Strand und die Dünen sind herrlich. Anders als der Name vermuten lässt, sind die Korallen, die wir sehen eher enttäuschend, alle tot.

10. Coral Bay nach Cape Range Nationalpark

Ein toller Nationalpark. Dutzende wunderschöne Sandstrände, bunte Korallen und Fisch und am wichtigsten: Meeresschildkröten. Wir gehen mit ihnen schnorcheln und beobachten sie abends beim Nest bauen.

11. Cape Range Nationalpark nach De Grey

Ein Fahrtag auf dem Weg nach Broome. Es wird heiß und von Touristen keine Spur.

12. De Grey nach Broome

Wir erreichen unser nördlichstes Ziel: die Dinosaurierstadt Broome. Wir sehen Krokodile im Park und Dinosaurierabdrücke im Museum, das Meer ist zu hoch um sie am Strand zu sehen. In der Sonne hält man es kaum aus, trotzdem sehen wir uns ganz viele Strände an.

13. Broome nach Two Camel Creek

Fahren, fahren, fahren. Es geht vorbei an einem Buschbrand. Es. ist. heiß. Auch um Mitternacht hat es noch 37°C.

14. Two Camel Creek nach Karijini Nationalpark

Für uns der schönste Nationalpark in Westaustralien. Canyons, Berge und roter Stein. Wir schwimmen ca 800 m einen Canyon entlang. Außerdem laufen wir einen wunderschönen Trail durch den Canyon und werden belohnt mit einem glasklaren See.

15. Karijini Nationalpark nach Ex Doolgunna

In Newman machen wir einen kurzen Halt und sehen uns das riesige Minenfahrzeug an. Dann geht’s weiter durch minenübersätes Land.

16. Ex Doolgunna nach Niagara Dam

Es geht durch viele Geisterstädte. In Gwalia machen wir einen längeren Stopp und sehen uns die menschenleere Geisterstadt an.

17. Niagara Dam nach Esperance

Wir erreichen den Süden. Esperance hat schöne Aussichtspunkte und der Cape Le Gran Nationalpark ist wirklich schön. Hier sehen wir die weißesten Strände Australiens, Lucky Bay und Hellfire Bay – die sind wirklich weiß. Wir laufen den Frenchman Peak und genießen von oben einen tollen Ausblick.

18. Esperance nach Albany

Wir sehen uns den Torndirrup Nationalpark bei Albany an. Hier gibt es schöne kurze Trails mit tollen Aussichten.

19. Albany nach Margaret River

Wir fahren durch die schöne Weingegend Margaret River. Einen Stopp machen wir bei einer Tierfarm und WIR KÖNNEN KÄNGURUS KUSCHELN. Uiuiui, sogar ein kleines Baby. Wir gucken uns die Ngilgi Cave an und beobachten die wilden Wellen am Ufer. In Busselton sehen wir uns das Underwater Observatory an.

20. Yanchep Nationalpark

Zum Abschluss fahren wir in den Yanchep Nationalpark. Ein hübscher kleiner Nationalpark, aber das ist nicht so wichtig, denn es gibt Koalas!!! So niedlich wie sie auf ihren Bäumen rumliegen und faul sind.



Wer will mehr?

Westaustralien hat uns in seinen Bann gezogen. Ein absolutes Highlight, nicht nur wegen der ganz besonderen Natur und Tiervielfalt. Es ist für uns einfach ein Land in welchem wir uns unfassbar wohl und willkommen gefühlt haben.

Alle Rückblicke findest du hier.

Unsere Reiseroute findest du hier.

Mehr zu Westaustralien findest du hier auf Pinterest.

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