Tag 59, El Chalten

07.09.2023

Um 9:15 Uhr ging es heute los. Und ja, wir haben uns für die komplette Route entschieden.

Der Weg war dieses Mal noch vereister als das letzte Mal, aber mit den Steigeisen war das kein Problem mehr.

Gegen 10:30 Uhr kamen wir an den Aussichtspunkt, von welchem man den Fitz Roy sieht, an. Und tatsächlich – wir haben ihn gesehen. Beeindruckend lag er da.

Die Sicht sollte heute ja auch laut Wettervorhersage perfekt und wolkenlos sein. Oder etwa doch nicht?

Wir gingen also weiter den Weg Richtung „Laguna de los tres“. Ein schöner Weg. Der Fitz Roy allerdings war bald nicht mehr so gut zu sehen. Wolken rundherum.

Angekommen am letzten Campingplatz ging es nun los, der schwere Aufstieg beginnt. Ca. 400 Höhenmeter auf einen Kilometer, kann doch nicht so schlimm sein, oder?

Naja… es beginnt mit einer steilen Bergpassage. Der Weg ist nun sehr vereist und auch mit Steigeisen nicht mehr so leicht begehbar. Und dann sehen wir was vor uns liegt. Ein steiler, also wirklich verdammt steiler, schneebedeckter Hang.

Auch im Sommer ist dieser Weg mit Sicherheit anspruchsvoll, aber im schneereichen Winter ist er ohne Eispickel nur noch schwer machbar. Es gibt keine richtigen Serpentinen mehr, es geht einfach steil gerade bergauf. Vergleichbar mit einer Skipiste. Unten dickes Eis und darüber eine Schicht aus Pulverschnee.

Wir kämpften uns teilweise bei geschätzt 70 Grad Steigung den Berg hoch. Die Leute und auch wir rutschten immer wieder Meter weit zurück, weil kein Halten mehr war.

An einem Stück, an dem es quer ging, hatte vielleicht eine von uns beiden ein klein bisschen Todesangst, weil man einfach immer wieder abrutschte, egal wie sehr man auf allen Vieren den Schnee bearbeitete.

Aber wir kamen an. Ziemlich entnervt und mit den Kräften am Ende wurden wir belohnt mit einem wunderschönen Ausblick. Auch, wenn der Fitz Roy in den Wolken lag und der See nur Schnee war.

Runter ging es dann größtenteils mit dem natürlichen Schlitten. Dem Po. Wie es auch alle anderen gemacht haben, denn anders ging es einfach nicht. So einen Weg ist auf jeden Fall keiner von uns jemals vorher „gelaufen.“.

Unten angekommen gab es eine kurze Pause. Der Po plitschnass, die Füße auch, wir sagen schon mal vorsorglich (zum Glück nicht): „Hallo Blasenentzündung“ 😅.

Auf dem Weg zurück verbrauchten wir dann unsere letzten Kräfte, bis wir endlich in der Hütte waren. Das war ein abenteuerlicher Tag.

Wir wissen nun auf jeden Fall, dass die Leute hier sehr viel langsamer laufen als wir. Denn wir haben etliche überholt und uns niemand. Ein bisschen Sonnenbrand haben wir beide im Gesicht.

Zu Essen gab’s dann Reste für Mira und ein Sandwich für Fabi.

Wetter heute: 4°C ⛅

Daten: 37.501 Schritte, 24 km, ca. 1100 Höhenmeter, Dauer: 8,25 Stunden inkl. Pausen

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